Zusammenfassung #
Diese Anleitung erklärt, wie Sie die Niveauregelung und Leckage-Erkennung für GHL-Geräte einrichten. Sie behandelt alles vom physischen Anschluss der Sensoren über die Grundkonfiguration bis hin zur Einrichtung spezifischer Regelkreise wie Füllstandsregelung, automatischem Wasserwechsel und Leckageüberwachung.
Gilt für #
- ProfiLux 4 Serie (inkl. Industrial Line / IL)
- ProfiLux 3 Serie
- ProfiLux Mini / Light / Terra Serie (Min. Firmware 1.15)
- GHL Doser 2 / Maxi / 2.2 Maxi Serie Standalone (inkl. Industrial Line / IL)
- GHL Doser 3 / 3 Maxi Serie Standalone (inkl. Industrial Line / IL)
- Software:
- GHL Connect (App, Webinterface, myGHL)
- GHL Control Center
Bevor Sie beginnen / Was Sie benötigen #
- Verteilerkabel (optional): Ein GHL Y-Verteilerkabel (PL-LY), falls Sie zwei Sensoren an einen einzigen Anschluss anschließen möchten.
- ProfiLux Mini & Light Adapter (falls zutreffend): Wird nur für ProfiLux Mini und Light benötigt. Dieser Adapter wird an den Controller angesteckt und teilt den Mitras LB-Anschluss in einen Mitras Lightbar-Anschluss, einen Niveau-Anschluss 1&2, einen Niveau-Anschluss 3 und einen Feeder-Anschluss auf.
Schritt 1: Hardware-Einrichtung & Anschluss #
GHL bietet verschiedene Sensoren (optische Sensoren, mechanische Schwimmerschalter, Leckage-Sensoren), die an die „Niveau“-Anschlüsse Ihres Geräts angeschlossen werden.
Für Nutzer von ProfiLux Mini & Light #
Bevor Sie Sensoren anschließen, müssen Sie zunächst den ProfiLux Mini & Light Adapter installieren:
- Stecken Sie den Adapter in den Mitras LB-Anschluss Ihres ProfiLux Mini/Light.
- Dieser Adapter erweitert den einzelnen Anschluss zu mehreren Verbindungen: Mitras Lightbar, Niveau 1&2, Niveau 3 und einen Feeder-Anschluss für den GHL Fischfutterautomat.
Anschließen der Sensoren #
Sobald die Anschlüsse vorbereitet sind, schließen Sie Ihre Sensoren mit einer der folgenden Methoden an:
- Direkter Anschluss: Stecken Sie den Sensor direkt in einen Niveau-Anschluss (z. B. Niveau 1/2). Wird er ohne Verteilerkabel in Niveau 1/2 gesteckt, wird dieser Sensor als Sensor-Index 1 angesprochen.

- Verwendung eines Verteilerkabels (PL-LY): Jeder physische Niveau-Anschluss kann bis zu zwei Sensoren verwalten. Mit einem GHL Y-Verteilerkabel können Sie zwei Sensoren an einen einzigen Anschluss anschließen.
Beispiel: Ein Verteilerkabel an Anschluss 1/2 stellt Verbindungen für Sensor-Index 1 und Sensor-Index 2 bereit. Ein Verteilerkabel an Anschluss 3/4 stellt Sensor-Index 3 und Sensor-Index 4 bereit.
Physischer Anschluss Anordnung #
Bei Geräten mit übereinander angeordneten Niveau-Anschlüssen (wie dem ProfiLux 4 oder Erweiterungskarten) trägt der untere Anschluss immer die niedrigere Nummerierung.
- ProfiLux 4: Der untere Anschluss ist Niveau 1/2, der direkt darüberliegende Anschluss ist Niveau 3/4.
Logische Nummerierungsreihenfolge #
Wenn Ihr System Erweiterungskarten oder eine Expansion Box enthält, vergibt das System die Sensor-Indizes (die Nummern, die Sie in der Software auswählen) in folgender Reihenfolge:
- Eingebaute Anschlüsse: Direkt in den ProfiLux-Controller integrierte Anschlüsse (z. B. Niveau 1–4).
- Controller-Erweiterungskarten: Niveau-Anschlüsse von Karten, die im ProfiLux installiert sind.
- Expansion Box (eingebaut): Der integrierte Niveau-Anschluss der Expansion Box.
- Expansion Box-Karten: Niveau-Anschlüsse von Karten, die in der Expansion Box installiert sind.
Die Nummerierung wird fortlaufend fortgesetzt. Belegt Ihr ProfiLux 4 beispielsweise die Indizes 1–4, beginnt der erste Anschluss auf einer hinzugefügten Erweiterungskarte bei Index 5.
Schritt 2: Einstellungen aufrufen #
Der Pfad zu den Niveau-Einstellungen hängt von der verwendeten Software ab:
- In GHL Control Center (GCC): Navigieren Sie zu Regelung -> Niveau.
- In der GHL Connect App: Navigieren Sie zu Regelung -> Niveau.
Schritt 3: Sensor-Konfiguration #
Bevor Sie Aufgaben zuweisen, konfigurieren Sie das grundlegende Verhalten Ihrer angeschlossenen Sensoren im Bereich Sensoren:
- Reaktionsdauer: Legt fest, wie lange ein Sensor eine Statusänderung durchgehend melden muss, bevor das System sie registriert. Dies verhindert ständiges Umschalten durch Wellen an der Wasseroberfläche (Empfohlen: 1–3 Sekunden, Standard: 1 Sekunde).
- Invers: Kehrt den logischen Status des Sensors um. Wenn Ihr Sensor „nass“ meldet, obwohl er tatsächlich trocken ist, aktivieren Sie diese Option.
- Zustand (direkt): Zeigt den momentanen Status des Sensors in Echtzeit an.
- Zustand (verzögert): Zeigt den Status an, den das System nach Ablauf der Reaktionsdauer registriert. Nutzen Sie dies, um Ihre Sensoren zu testen.
Schritt 4: Regelkreis-Konfiguration #
Ein „Regelkreis“ verknüpft Ihre physischen Sensoren mit einer logischen Automatisierungsaufgabe. Wählen Sie einen verfügbaren Regelkreis aus und konfigurieren Sie Folgendes:
Betriebsarten #
Die Betriebsart bestimmt, was der Regelkreis tut.
Hinweis: Die mit „Sensor 1“ und „Sensor 2“ bezeichneten Felder in den Einstellungen sind Dropdown-Menüs, in denen Sie die tatsächliche Indexnummer des angeschlossenen physischen Sensors auswählen.
- Nicht aktiv: Der Regelkreis ist deaktiviert.
- Füllstandsregelung: Füllt verdunstetes Wasser nach. Beispiel: Sie wählen Ihren optischen Sensor im Dropdown „Sensor 1“ aus. Wenn dieser Sensor trocken ist, aktiviert das System den Nachfüllvorgang, bis er wieder nass ist.
- Füllstandsregelung mit 2 Sensoren: Ähnlich wie die Füllstandsregelung, jedoch mit zusätzlicher Sicherheit. Wasser wird nur nachgefüllt, wenn beide Sensoren einen niedrigen Stand melden.
- Wasserwechsel: Automatisiert Wasserwechsel, indem bis zu einem Minimalstand abgelassen und anschließend bis zu einem Maximalstand aufgefüllt wird. Zuordnung: „Sensor 1“ ist der Maximalstand (Füllstopp). „Sensor 2“ ist der Minimalstand (Ablassstopp).
- Wasserwechsel & Füllstandsregelung: Kombiniert Füllstandsregelung und Wasserwechsel über dieselben zwei Sensoren (Sensor 1 = Max, Sensor 2 = Min).
- Leckageerkennung: Überwacht auf Leckagen. Beispiel: Sie wählen Ihre Leckage-Schnittstelle im Dropdown „Sensor 1“ aus. Erkennt sie Wasser, wird ein Alarm ausgelöst.
- Min-Max-Regelung: Hält den Wasserstand strikt zwischen zwei separaten Sensoren. Zuordnung: „Sensor 1“ ist die Obergrenze (Max), „Sensor 2“ ist die Untergrenze (Min).
- Rücklaufpumpe: Dient als Trockenlaufschutz. Schaltet die Rücklaufpumpe ab, wenn der Wasserstand unter den zugeordneten Sensor fällt.
Automatisierung & Zeiteinstellungen #
- Immer aktiv: Die Regelung läuft durchgehend. Wird typischerweise für die Betriebsarten Füllstandsregelung, Leckageerkennung, Min-Max-Regelung und Rücklaufpumpe verwendet.
- Aktiviert durch Zeitschaltuhr: Die Regelung läuft nur während der festgelegten Zeiten einer ausgewählten Zeitschaltuhr. Hinweis: Dies ist für die Betriebsarten „Wasserwechsel“ und „Wasserwechsel & Füllstandsregelung“ zwingend erforderlich, damit das System genau weiß, wann der Wasserwechsel-Vorgang gestartet werden muss.
- Maximale Schaltdauer: Eine wichtige Sicherheitsfunktion. Dauert der Vorgang (z. B. das Nachfüllen) länger als diese eingestellte Zeit, bricht das System den Vorgang ab und löst einen Alarm aus. Auf „0“ setzen, um die Funktion zu deaktivieren (bei der Füllstandsregelung nicht empfohlen).
- Fehler auto. zurücksetzen: Ist diese Option aktiviert, hebt das System den Alarmzustand automatisch auf, sobald die Sensoren wieder ihren Normalzustand melden.
Schritt 5: Regelkreis-Zustände überwachen & manuelle Aktion #
Sie können den aktuellen Status Ihrer Regelkreise jederzeit überprüfen.
- In GHL Connect: Im Tab Übersicht/Zustände finden Sie eine Liste aller Regelkreise und deren aktuellen Status. Tippen Sie auf einen Regelkreis, um zu dessen Einstellungen zu gelangen.
- In GHL Control Center (GCC): Die Zustände werden in einer eigenen Tabelle im Niveau-Menü angezeigt.
Mögliche Statusmeldungen (Zustände):
- Füllen: Das System füllt aktuell Wasser nach (aktiver Zustand).
- Ablassen: Das System lässt aktuell Wasser ab (z. B. während eines Wasserwechsels).
- Wasserwechsel: Ein Wasserwechsel-Programm läuft aktuell.
- Alarm: Ein Fehler ist aufgetreten (z. B. Leckage erkannt oder maximale Schaltdauer überschritten).
Manueller Wasserwechsel #
Wenn Sie einen Regelkreis „Wasserwechsel“ oder „Wasserwechsel & Füllstandsregelung“ konfiguriert haben, müssen Sie nicht auf die nächste geplante Zeitschaltuhr warten:
- In GHL Connect: Tippen Sie auf die Schaltfläche Starte Wasserwechsel neben dem jeweiligen Regelkreis.
- In GHL Control Center: Wählen Sie den Regelkreis aus und klicken Sie auf die Schaltfläche Start Wasserw.
Dies löst sofort die vollständige Ablass-und-Füll-Sequenz für den ausgewählten Regelkreis aus.
Hinweise #
- Steckdosen/Pumpen zuordnen: Das alleinige Konfigurieren eines Regelkreises bewegt noch kein Wasser. Sie müssen die entsprechende Funktion (z. B. Wasser füllen oder Wasser ablassen) einer Schaltkanal- / Powerbar-Steckdose oder einer Dosierpumpe zuweisen.
- Wartung: Überprüfen und reinigen Sie Ihre Sensoren alle paar Monate, um Sensorausfälle oder eine verminderte Reaktionsfähigkeit durch Schmutz, Algen oder Kalziumablagerungen zu vermeiden.
- Ausfallsicherheits-Verhalten: Wird ein Niveau-Sensor während des Betriebs getrennt oder sein Kabel unterbrochen, interpretiert der ProfiLux dies als erreichten Zielstand und schaltet die angeschlossene Steckdose sofort ab. Diese eingebaute Ausfallsicherung verhindert unkontrolliertes Füllen oder Ablassen im Falle eines Sensorausfalls.
Typische Probleme #
Ursache
Das System benötigte länger, um den Sensor zufriedenzustellen, als die in der Einstellung „Maximale Schaltdauer“ zulässige Zeit. Dies ist ein Sicherheitsmechanismus zur Vermeidung von Überflutungen.
Lösung
Stellen Sie sicher, dass Ihr Nachfüllbehälter nicht leer ist, der Schlauch nicht blockiert ist und die Pumpe funktioniert. Stellen Sie sicher, dass die „Maximale Schaltdauer“ hoch genug eingestellt ist, um unter normalen Bedingungen ein vollständiges Nachfüllen zu ermöglichen. Setzen Sie den Alarm nach der Behebung manuell über die Schaltfläche Fehler zurücksetzen im Niveau-Menü zurück.
Ursache
Der logische Zustand des Sensors ist im Vergleich zu dem, was das System für Ihr spezifisches Setup erwartet, umgekehrt.
Lösung
Navigieren Sie zum Bereich Sensoren und aktivieren/deaktivieren Sie das Kontrollkästchen Invers für den betroffenen Sensor.
Ursache
Der Sensor klemmt physisch, ist mit Schmutz bedeckt oder wird gestört. Optische Sensoren können durch helles Licht oder Algen geblendet werden, während mechanische Schwimmer durch Schnecken oder Salz blockiert werden können.
Lösung
Entfernen Sie den Sensor aus dem Wasser und reinigen Sie ihn gründlich (eine milde Essiglösung eignet sich gut gegen Kalziumablagerungen). Testen Sie den Sensor manuell, indem Sie den Schwimmer anheben oder die optische Spitze abwischen, um zu prüfen, ob sich der Zustand (verzögert) in der App ändert.
