Zusammenfassung #
Pumpengruppen ermöglichen es, mehrere drehzahlregelbare Pumpen gleichzeitig zu synchronisieren und zu steuern. Mithilfe von Programmen können Sie Strömungspläne, Wellenmuster, Gezeitensimulationen und automatische Reaktionen auf Systemereignisse wie Futterpausen oder Wartungsmodi erstellen. Es lassen sich mehrere unabhängige Gruppen konfigurieren, wobei insgesamt maximal 16 Pumpen in beliebiger Kombination auf alle Gruppen verteilt werden können.
Gilt für #
- ProfiLux 4 Serie (inkl. Industrial Line / IL)
- ProfiLux 3 Serie
- Software:
- GHL Connect (App, Webinterface, myGHL)
- GHL Control Center
Bevor Sie beginnen #
- Pumpen müssen zuerst angeschlossen und konfiguriert werden. Pumpengruppen steuern nur das Strömungsverhalten – der physische Anschluss und die Schnittstellenzuordnung müssen bereits vorhanden sein:
- 1-10V-Pumpen: Über einen L-Port angeschlossen und einem Pumpenkanal über 1-10V-Schnittstellen zugeordnet. Siehe: 1-10V-Pumpensteuerung – Einrichtungsanleitung
- VorTech-Pumpen: Über den GHL VorTech Controller gekoppelt und auf den Modus ProfiLux controlled eingestellt. Siehe: VorTech-Controller – Einrichtungsanleitung
- Versia-Pumpen: Über den Versia Controller angeschlossen und Pumpenkanälen zugeordnet. Siehe: Versia – Einrichtungsanleitung
- Eine Pumpe kann jeweils nur einer Gruppe angehören. Wird sie einer neuen Gruppe zugewiesen, wird sie aus der vorherigen entfernt.
Konfiguration #
Schritt 1 — Das Pumpengruppen-Menü öffnen #
Das Menü ist je nach Plattform etwas unterschiedlich aufgebaut, die Einstellungen sind jedoch identisch:
- GHL Control Center: Navigieren Sie zu Extras → Pumpengruppe X (X steht für die Gruppennummer). Alle Einstellungen — Nächtliche Absenkung, Programme und Pumpenzuordnung — befinden sich auf einer einzigen Seite.
- GHL Connect: Navigieren Sie zu Extras → Pumpengruppen und wählen Sie eine Gruppe aus. Die Einstellungen sind auf zwei Tabs verteilt: Programme (mit der Nächtlichen Absenkung ganz unten) und Pumpenzuordnung.
Schritt 2 — Pumpen der Gruppe zuordnen #
In GHL Control Center: Die linke Liste zeigt zugeordnete Pumpen, die rechte Liste verfügbare Pumpen. Doppelklicken Sie auf eine Pumpe, um sie zwischen den Listen zu verschieben. Die Spalte Zugeordnet zur Gruppe zeigt an, ob eine Pumpe bereits verwendet wird. Entfernen Sie eine Pumpe mit dem Mülleimer-Symbol.
In GHL Connect: Öffnen Sie den Tab Pumpenzuordnung und tippen Sie auf Pumpen zuordnen. Aktivieren Sie die Kontrollkästchen der Pumpen, die Sie einbeziehen möchten — bestehende Gruppenzuordnungen werden in Klammern angezeigt. Tippen Sie auf das Häkchen, um zu speichern.
Konfigurieren Sie nach der Zuordnung die individuellen Einstellungen für jede Pumpe. In GHL Control Center per Doppelklick auf die Pumpe oder über das Pinsel-Symbol. In GHL Connect tippen Sie auf das Zahnradsymbol neben der Pumpe (erst aktiv, nachdem die Zuordnung gespeichert wurde).
Jede Pumpe verfügt über folgende Einstellungen:
- Minimum / Maximum: Die absoluten Leistungsgrenzen dieser Pumpe in %.
- Bei Nacht: Leistung in % während der nächtlichen Absenkung.
- Bei Gewitter: Leistung in % während eines aktiven Gewitterereignisses.
- Pumpe komplett aus bei Inaktivität: Ist diese Option aktiviert, fällt die Pumpe auf 0 % statt auf das definierte Minimum, wenn ein Programm keine Strömung vorgibt.
- Verhalten bei Fütterung: Wie die Pumpe während einer Futterpause reagiert: Unbeteiligt, Auf Minimum oder Aus.
- Reagiert auf Fütterung: Welche Futterpausen das oben definierte Verhalten auslösen.
Schritt 3 — Nächtliche Absenkung konfigurieren #
Die nächtliche Absenkung reduziert die Gesamtströmung während eines definierten nächtlichen Zeitfensters, um ruhigere Bedingungen zu simulieren. Aktivieren Sie die Funktion und legen Sie eine Startzeit und Endzeit fest.
Hinweis: Diese Einstellung definiert nur das Zeitfenster. Die tatsächliche Leistungsreduzierung wird durch den in Schritt 2 für jede einzelne Pumpe konfigurierten Wert Bei Nacht bestimmt.
Schritt 4 — Programme erstellen und priorisieren #
Programme legen fest, wann Pumpen laufen und mit welcher Intensität. Ein Standard-Programm ist immer vorhanden und dient als Fallback, wenn kein anderes Programm aktiv ist.
Programme verwalten:
- Hinzufügen: Klicken Sie auf + (GHL Control Center) oder Hinzufügen (GHL Connect)
- Bearbeiten: Doppelklick oder Pinsel-Symbol (GHL Control Center) / Zahnrad-Symbol (GHL Connect)
- Duplizieren: Kopieren-Symbol auf beiden Plattformen
- Löschen: Mülleimer-Symbol (GHL Control Center) / Zahnrad-Symbol → Löschen (GHL Connect)
Programmpriorisierung: Die Programmliste folgt einer festen Hierarchie:
- Standard steht immer oben in der Liste, wird aber nur aktiv, wenn die Bedingungen keines anderen Programms erfüllt sind.
- Timer-, Schaltkanal- und Aktivitäts-Programme haben immer Vorrang vor Zeitintervall-Programmen. Ihre Reihenfolge untereinander lässt sich anpassen — weiter oben stehende Programme laufen zuerst, wenn mehrere Bedingungen gleichzeitig aktiv sind. In GHL Control Center nutzen Sie zum Umsortieren die Pfeil-nach-oben/-unten-Symbole, in GHL Connect Drag & Drop.
- Zeitintervall-Programme stehen immer ganz unten und schließen sich gegenseitig aus — ihre Zeitfenster dürfen sich nicht überschneiden.
Tipp: Nach dem Speichern wird das aktuell aktive Programm in der Liste hervorgehoben. So können Sie prüfen, ob die Prioritätslogik wie erwartet funktioniert.
Schritt 5 — Aktivierung und Strömungsmodus für jedes Programm festlegen
Legen Sie beim Bearbeiten eines Programms fest, wann es aktiviert wird und wie sich die Pumpen verhalten. Wenn Sie statt der manuellen Konfiguration des Strömungsmodus eine vorkonfigurierte Wellen-Vorlage verwenden möchten, können Sie zunächst eine Voreinstellung laden — siehe Schritt 6. #
Aktivierung (Diese Einstellungen werden aktiviert):
- Während Zeitintervall: Läuft zwischen einer definierten Start- und Endzeit. Zeitintervall-Programme werden zusätzlich visuell in der Zeitleiste angezeigt.
- Durch Zeitschaltuhr: Wird durch eine bestimmte Zeitschaltuhr-Nummer ausgelöst. Erscheint nicht in der Zeitleiste.
- Durch Schaltkanal: Wird durch einen bestimmten Schaltkanal-Index ausgelöst.
- Durch Aktivitäten: Wird durch globale Systemereignisse ausgelöst — aktivieren Sie eine beliebige Kombination aus: Wartung 1–4, Futterpause 1–4, Wasserwechsel 1–4, Gewitter, Stromausfall.
Strömungsmodus (Modus):
- Keine Strömung — Pumpen sind inaktiv
- Permanent / Permanent gegenläufig — konstante Strömung; empfohlen für Rückförderpumpen
- Sequenz 1 / Sequenz 2 — Pumpen wechseln sich nacheinander ab
- Brandung 1 / Brandung 2 — Pumpen fahren die Intensität rauf und runter
- Zufall — die Strömung wird zufällig gesteuert
- Durchfluss-Sensor gesteuert — die Strömung wird anhand eines angeschlossenen Durchflusssensors geregelt (Sensornummer auswählen)
Zusätzliche Einstellungen (Verfügbarkeit hängt vom gewählten Modus ab):
- Min. / Max. Dauer: Dauergrenzen für eine Sequenz. Verfügbar bei den Modi Sequenz, Brandung und Zufall.
- Wellenform: Keine Wellen, Sinuswellen (sanfter Anstieg/Abfall) oder Rechteckwellen (abruptes Pulsieren). Nicht verfügbar bei Keine Strömung oder Durchfluss-Sensor gesteuert.
- Min. / Max. Wellendauer: Geschwindigkeit der Wellenpulse. Nur aktiv, wenn eine Wellenform ausgewählt ist.
- Wellenmuster: Synchronisation zwischen den Pumpen der Gruppe: Zufall, Anschwellend, Oszillierend oder Gleichmäßig. Nicht verfügbar bei Keine Strömung oder Durchfluss-Sensor gesteuert.
- Zufällige Wellenreduzierung: Maximale Reduzierung in % bei zufälligen Wellenmustern. Nur aktiv bei Wellenmuster Zufall.
- Intensität: Gesamtausgangsleistung des Programms in %.
Schritt 6 — Voreinstellungen verwenden (optional) #
Voreinstellungen speichern und laden ausschließlich die Wellen- und Modus-Einstellungen — Aktivierungsbedingungen sind nicht enthalten.
Eine Voreinstellung laden:
- GHL Control Center: Doppelklicken Sie auf eine Voreinstellung in der Liste, oder verwenden Sie das Pfeil-nach-links-Symbol.
- GHL Connect: Wählen Sie sie im Dropdown-Menü aus und tippen Sie auf das Download-Symbol.
Eine benutzerdefinierte Voreinstellung speichern:
- GHL Control Center: Klicken Sie auf das Pfeil-nach-rechts-Symbol, um die aktuelle Konfiguration zu speichern.
- GHL Connect: Tippen Sie auf „Aktuelle Einstellungen als Voreinstellung speichern”.
Eine benutzerdefinierte Voreinstellung löschen: Wählen Sie sie aus und verwenden Sie das Mülleimer-Symbol (GHL Control Center), oder wählen Sie sie im Dropdown-Menü aus und tippen Sie auf das daneben liegende Mülleimer-Symbol (GHL Connect).
Hinweise #
- Aktives Programm prüfen: Nach dem Speichern wird das aktuell aktive Programm in der Programmliste hervorgehoben. Aktiviert sich ein Programm nicht wie erwartet, prüfen Sie, welches Programm hervorgehoben ist, um festzustellen, wo die Prioritätslogik greift.
- Standard-Programm als Fallback: Das Standard-Programm ist immer aktiv, wenn die Bedingungen keines anderen Programms erfüllt sind. Konfigurieren Sie es so, dass es Ihre typische Tagesströmung abbildet.
- Voreinstellungen speichern nur Wellen-Einstellungen: Aktivierungsbedingungen werden nicht mit einer Voreinstellung gespeichert und müssen für jedes Programm manuell konfiguriert werden.
- VorTech-Pumpen: VorTech-Pumpen müssen im Menü des VorTech Controllers auf ProfiLux controlled eingestellt sein, bevor sie auf die Pumpengruppen-Einstellungen reagieren.
Typische Probleme #
Ursache
Die Option Pumpe komplett aus bei Inaktivität ist nicht aktiviert. Standardmäßig fährt die Pumpe auf ihren definierten Minimum-Wert in % herunter, statt vollständig zu stoppen.
Lösung
Öffnen Sie die individuellen Einstellungen der Pumpe innerhalb der Gruppe (Pinsel-Symbol in GHL Control Center, Zahnrad-Symbol in GHL Connect) und aktivieren Sie die Option Pumpe komplett aus bei Inaktivität.
Ursache
Entweder ist die falsche Aktivierungsbedingung konfiguriert, das entsprechende Systemereignis wurde tatsächlich nicht ausgelöst, oder ein anderes Timer- oder Aktivitäts-Programm weiter oben in der Liste hat Vorrang.
Lösung
Überprüfen Sie, ob unter Durch Aktivitäten in den Programmeinstellungen die richtige Aktivität aktiviert ist, und stellen Sie sicher, dass das Ereignis im System tatsächlich aktiv ist. Existieren mehrere Timer-, Schaltkanal- oder Aktivitäts-Programme, prüfen Sie deren Reihenfolge — weiter oben stehende Programme haben Vorrang. Soll beispielsweise ein Futterpausen-Programm ein Timer-Programm überschreiben, muss das Futterpausen-Programm in der Liste über dem Timer-Programm stehen.
Ursache
Die bei der Zuordnung ausgewählte Pumpenkanalnummer stimmt nicht mit dem auf Schnittstellenebene konfigurierten Kanal überein (1-10V, VorTech oder Versia). In der Liste werden immer alle verfügbaren Kanalnummern angezeigt — das System prüft nicht, ob eine Nummer tatsächlich einer physisch angeschlossenen Pumpe entspricht.
Lösung
Prüfen Sie die Ihrer Pumpe zugewiesene Kanalnummer in der jeweiligen Schnittstellenkonfiguration und stellen Sie sicher, dass in der Pumpenzuordnung der Pumpengruppen dieselbe Nummer ausgewählt ist.
