Zusammenfassung #
Präzision ist das zentrale Merkmal des GHL Dosers. Diese Anleitung behandelt die wesentlichen Einrichtungsschritte – von der zwingend erforderlichen Kalibrierung und der Behälterverwaltung bis hin zur Festlegung der Systemlogik und der Konfiguration von Dosierplänen oder des Dauerbetriebs.
Geräte-spezifische Bedienungsanleitungen finden Sie im Downloads-Bereich weiter unten.
Gilt für #
- GHL Doser 2 / Maxi / 2.2 Maxi Serie (inkl. Industrial Line / IL)
- GHL Doser 3 / 3 Maxi Serie (inkl. Industrial Line / IL)
- Kompatibler Controller:
- ProfiLux 4 Serie (inkl. Industrial Line / IL)
- ProfiLux 3 Serie
- Software:
- GHL Connect (App, Webinterface, myGHL)
- GHL Control Center
Voraussetzungen #
- Kalibrierwerkzeug: Ein präziser Messzylinder (z. B. 50 ml oder 100 ml) oder eine Präzisionswaage (Messung in Gramm, da 1 ml Wasser etwa 1 g entspricht).
- Softwarezugriff: GHL Connect App, GHL Control Center oder myGHL.
- Hardware-Anschluss: Schließen Sie den Doser mit dem mitgelieferten 24-V-Netzteil an eine Steckdose an und schließen Sie alle Schläuche an. An jedem Pumpenkopf ist der linke Anschluss immer der Einlass (Saugseite), der rechte der Auslass.
Verbindung mit GHL Connect oder GHL Control Center herstellen #
Verbinden Sie sich nach dem Einschalten des Dosers über GHL Connect oder GHL Control Center mit dem Gerät, um mit der Erstkonfiguration fortzufahren.
Beim ersten Start stellt der Doser SA einen eigenen WLAN Access Point bereit. Verbinden Sie sich über GHL Connect damit, um eine dauerhafte Netzwerkverbindung einzurichten. Alternativ ist eine Verbindung per USB möglich. Details finden Sie unter Netzwerk (LAN & WLAN) – Einrichtungsanleitung und GHL Connect & GHL Control Center – Installation & Einrichtung.
Schritt 1: Grundeinstellungen (SA-Modelle) #
Öffnen Sie Allgemein, um auf die geräteweiten Einstellungen zuzugreifen. Beginnen Sie mit dem Betriebsmodus, da dieser festlegt, wie der Doser verwendet wird und welche der folgenden Schritte relevant sind.
Betriebsmodus #
Legt fest, ob der Doser eigenständig oder als Erweiterung eines anderen Geräts arbeitet.
- Standalone / Master: Der Doser arbeitet nach seinem eigenen Zeitplan oder fungiert als Master für weitere EXT-Doser. In diesem Modus darf der Doser nichtper PAB mit einem ProfiLux oder einem anderen Doser SA verbunden werden.
- Extension / EXT: Der Doser arbeitet als PAB-Erweiterungsgerät und wird von einem ProfiLux 3/4 oder einem anderen Doser SA als Master gesteuert.
Datum & Zeit #
Stellen Sie Uhrzeit und Datum korrekt ein. Aktivieren Sie NTP für die automatische Synchronisierung bei bestehender Netzwerkverbindung. Stellen Sie außerdem die korrekte Zeitzone ein und aktivieren Sie Winter-/Sommerzeitwechsel durchführen, wenn die Zeitumstellung automatisch erfolgen soll.
Alarm (Summer) #
Legen Sie fest, wann der Summer ertönt: Deaktiviert, Aktiv oder Aktiv nur während dieser Zeiten (mit einstellbarer Start- und Endzeit).
GHL-Logo Beleuchtung #
Stellen Sie Helligkeit und Modus der GHL-Logo-LED ein: Standard (mit Blinken), Standard ohne Blinken, Aus oder eine konstante Farbe. Die Bedeutung der einzelnen Farben und Blinkmuster finden Sie im Artikel GHL-Logo – Statusanzeige.
Temperatursensor #
Im GHL Control Center wird der Temperatursensor direkt auf der Seite Allgemein konfiguriert. Dort können Sie ihn aktivieren oder deaktivieren und die Einheit (°C / °F) festlegen. In GHL Connect hat der Temperatursensor eine eigene Sensorseite.
Schritt 2: PAB-Anschluss & Konfiguration (EXT-Modelle) #
Wenn Sie ein Extension-Gerät (EXT) verwenden oder Ihren Doser SA oben in den Einstellungen unter Allgemein in den Extension-Modus versetzt haben, muss er vor der Verwendung mit Ihrem Master-Gerät verbunden und konfiguriert werden.
1. Physischer Anschluss & Zuordnung #
- Verbinden Sie den EXT-Doser über ein PAB-Kabel mit dem Master-Gerät. Verwenden Sie ausschließlich die dafür vorgesehenen PAB-Anschlüsse; stecken Sie PAB-Kabel niemals in LAN-/Ethernet-Anschlüsse.
- Im GHL Control Center: Öffnen Sie die Seite System und klicken Sie auf Geräte zuordnen.
- In GHL Connect: Öffnen Sie die Seite System, wählen Sie Zuordnen und konfigurieren der angeschlossenen PAB-Geräte und tippen Sie anschließend auf Geräte zuordnen.
2. Pumpennummerierung & Upgrade-Kit-Einstellungen #
So vermeiden Sie Konflikte und stellen die korrekte Motorsteuerung sicher:
- Konfiguration aufrufen:
- Im GHL Control Center: Öffnen Sie die Seite System, markieren Sie den Doser im Gerätebaum und klicken Sie auf Konfiguration.
- In GHL Connect: Öffnen Sie die Seite System, wählen Sie Zuordnen und konfigurieren der angeschlossenen PAB-Geräte und tippen Sie auf das Zahnrad-Symbol neben dem jeweiligen PAB-Gerät.
- Startnummerierung: Legen Sie im Konfigurationsmenü die Startnummerierung fest. Belegt Ihr Master-Gerät bereits die Pumpen 1–4, stellen Sie Ihr Extension-Gerät auf den Start bei 5 ein.
- Doser 3 Upgrade-Kit: Wenn Sie einen Doser 2 mit Doser 3 Pumpenköpfen nachgerüstet haben, stellen Sie sicher, dass Firmware v1.55+ installiert ist. Aktivieren Sie im selben Konfigurationsmenü die Checkbox „Doser 3 Pumpenköpfe-Upgrade vorhanden“ und speichern Sie über Änderungen speichern.
Schritt 3: Erforderliches Vorbefüllen & Kalibrieren #
Bevor eine Dosieraufgabe ausgeführt werden kann, muss die Pumpe kalibriert werden. So kann die Software den exakten Zusammenhang zwischen Motordrehzahl und tatsächlich geförderter Flüssigkeitsmenge bei einer bestimmten Geschwindigkeit berechnen.
1. Pumpengeschwindigkeit einstellen #
Legen Sie zunächst in den Pumpeneinstellungen die Max. Geschwindigkeit (0-3) fest.
- 0: Am langsamsten
- 3: Am schnellsten (Hinweis: Geschwindigkeit 3 kann nicht für den Dauerlauf-Modus verwendet werden).
Wichtig: Wenn Sie die Geschwindigkeitsstufe später ändern, müssen Sie die Kalibrierung wiederholen.
2. Leitungen vorbefüllen #
Stellen Sie sicher, dass der Dosierschlauch vollständig mit Flüssigkeit gefüllt ist und keine Luftblasen enthält. Verwenden Sie die Taste Manuelle Dosierung am Gerät oder in der Software, um die Pumpe laufen zu lassen, bis die Flüssigkeit das Schlauchende erreicht.
3. Kalibrierung durchführen, um den „Max. Durchfluss“ zu ermitteln #
Betätigen Sie die Schaltfläche Pumpe kalibrieren. Die Pumpe läuft nun exakt eine Minute lang.
- Fangen Sie die Flüssigkeit in Ihrem Messzylinder auf oder wiegen Sie sie auf Ihrer Waage.
- Geben Sie das ermittelte Volumen in das Feld Max. Durchfluss ein und speichern Sie. Dieser Wert entspricht der maximalen Förderrate bei der gewählten Geschwindigkeit.
4. Gewünschten Durchfluss festlegen #
Sobald der Max. Durchfluss gespeichert ist, können Sie den Gewünschten Durchfluss einstellen. Dies ist das Volumen in Millilitern pro Minute (ml/min), das die Pumpe im Dauerbetrieb fördern soll.
- Der Gewünschte Durchfluss darf den bei der Kalibrierung ermittelten Max. Durchfluss nicht überschreiten.
Tipps für maximale Genauigkeit #
- Geschwindigkeit an die Präzisionsanforderungen anpassen: Verwenden Sie eine niedrigere Geschwindigkeit für kleine, hochpräzise Dosierungen (z. B. Spurenelemente) und eine höhere Geschwindigkeit für größere Mengen, bei denen absolute Präzision weniger wichtig ist. Die Kalibrierung gilt nur für genau die Geschwindigkeit, bei der sie durchgeführt wurde. Wenn Sie die Geschwindigkeit später ändern, müssen Sie die Kalibrierung wiederholen.
- Schläuche kurz halten: Halten Sie den Schlauch zwischen Behälter und Pumpe so kurz wie möglich, idealerweise nicht länger als 60 cm. Je größer das Flüssigkeitsvolumen im Schlauch, desto ungenauer wird die Dosierung. Manche Anwendungen erfordern dennoch längere Leitungen, dann mit entsprechend geringerer Präzision.
- Kleinstmöglichen Durchmesser wählen: Aus demselben Grund wie bei der Schlauchlänge (weniger Flüssigkeitsvolumen in der Leitung) wählen Sie den kleinsten Schlauchinnendurchmesser, der für Ihre Anwendung noch zuverlässig funktioniert.
- Große Höhenunterschiede vermeiden: Platzieren Sie Dosierbehälter, Pumpe und Aquarium nach Möglichkeit auf ähnlicher Höhe. Große Höhenunterschiede können die Gleichmäßigkeit des Durchflusses beeinträchtigen.
Schritt 4: Behälter- & Füllstandsverwaltung #
Vermeiden Sie, dass Ihre Pumpen trockenlaufen, indem Sie die Behälterüberwachung konfigurieren. In diesem Abschnitt wird festgelegt, wie der Doser Ihren Flüssigkeitsvorrat überwacht.
- Füllrichtung: Wählen Sie Behälter wird geleert für die normale Dosierung oder Behälter wird gefüllt für das Auffangen von Abwasser.
- Skalierung: Wählen Sie Kleiner Beh. (bis 30.000 ml) für ml-genaue Erfassung oder Großer Beh. (bis 3.000 l) für große Vorratsbehälter.
Hinweis: Große Behälter sind bei kleinen ml-Schritten weniger präzise. - Kapazität & Schwellwert: Geben Sie die Kapazität Ihres Behälters ein. Legen Sie einen Minimum-/Maximum-Schwellwert für Meldungen fest.
- Alarm vs. Warnung: Aktivieren Sie Alarm wenn unter Min. für einen aktiven Alarm; andernfalls wird eine stille Warnung ausgegeben.
- Wartungsschaltflächen: Verwenden Sie Behälter nachfüllen oder Behälter leeren, um den Software-Zähler nach dem Auffüllen Ihrer Behälter zurückzusetzen.
Hinweis: Aktivieren Sie Füllstandsüberwachung abschalten, um die Füllstandsüberwachung einschließlich Alarmen und Warnungen vollständig zu deaktivieren.
Schritt 5: Systemlogik – „Pumpe reagiert auf“ #
Diese Einstellung legt fest, was die Pumpe auslöst. Sie ist das Bindeglied zwischen Hardware und Programmierung.
- Am ProfiLux 3/4 (EXT-Doser):
- Wählen Sie untenstehender Dosierplan für normale Zeitpläne oder den Dauerlauf-Modus.
- Wählen Sie Schaltkanal-Index, um die Dosierung über einen bestimmten, logikgesteuerten Schaltkanal auszulösen (z. B. gesteuert durch Programmierbare Logik).
- Am Doser Standalone:
- Wählen Sie untenstehender Dosierplan für normale Zeitpläne oder den Dauerlauf-Modus.
- Wählen Sie Niveauregelung, damit die Pumpe direkt auf Sensoreingänge reagiert (z. B. für Füllstandsregelung oder Wasserwechsel).
Schritt 6: Betriebsarten: Zeitpläne & Dauerdosierung #
Sobald die Logik auf untenstehender Dosierplan eingestellt ist, können Sie festlegen, wie die Flüssigkeit gefördert wird.
Auswahl des Tagemodus #
Unabhängig davon, ob Sie einen Zeitplan oder den Dauerbetrieb wählen, müssen Sie den Tagemodus festlegen, um zu bestimmen, wann die Pumpe aktiv ist:
- Spezielle Wochentage: Wählen Sie bestimmte Wochentage aus.
- Tage-Intervalle: Legen Sie Wiederholung alle (z. B. alle 2 Tage) und Beginnend in (Verzögerung ab heute) fest.
Option A: Dosierplan #
Für regelmäßige Zusätze (z. B. KH, Kalzium, Spurenelemente).
- Automatische Zeiten: Legen Sie Dosierungen pro Tag und Menge pro Dosierung fest. Die Dosierungen werden automatisch über den Tag verteilt. Für feste Zeitpunkte können Sie Zu dieser Zeit immer dosieren aktivieren.
- Individuelle Zeiten: Klicken Sie auf Neu (+), um Dosierungen manuell hinzuzufügen. Legen Sie jeweils Start und Menge / Dosierung [ml] fest.
Hinweis: Das Feld Durchschnittliche tägliche Dosiermenge zeigt das aus Ihrem Zeitplan berechnete tägliche Gesamtvolumen an.
Option B: Dauerlauf-Modus #
Für eine konstante Förderung (z. B. Kalziumreaktoren).
- Vorkonfiguration: Sie müssen Max. Geschwindigkeit, Max. Durchfluss (Kalibrierung) und Gewünschter Durchfluss vor dem Aktivieren dieses Modus einstellen. Sobald der Dauerlauf-Modus aktiviert ist, werden diese Felder ausgegraut und können erst wieder bearbeitet werden, wenn die Pumpe gestoppt oder in einen anderen Modus umgeschaltet wird.
- Geschwindigkeitsbeschränkung: Der Dauerlauf-Modus ist nur für die Geschwindigkeiten 0, 1 und 2 verfügbar. Ist Geschwindigkeit 3 ausgewählt, wird die Option Dauerlauf-Modus deaktiviert bzw. ausgegraut, um Motorschäden zu vermeiden.
- Betrieb: Der Doser berechnet aus Max. Durchfluss und Gewünschter Durchfluss die exakte Motordrehzahl für einen gleichmäßigen Förderstrom rund um die Uhr.
Schritt 7: Überwachung und Aufzeichnung #
Aktivieren Sie Dosierungen aufzeichnen in den Pumpeneinstellungen, um die Dosierungen zu verfolgen. So können Sie Verbrauchstrends darstellen und überprüfen, ob das System wie erwartet arbeitet. So rufen Sie die Aufzeichnungen auf:
- GHL Connect: Wechseln Sie auf der Einstellungsseite der jeweiligen Pumpe oben zum Tab Historie.
- GHL Control Center: Wählen Sie im linken Menü Regelung und anschließend Messdaten.
Typische Probleme #
Ursache
Die Pumpe wartet möglicherweise auf ein Schaltkanal- bzw. Niveausensor-Signal statt auf den internen Zeitplan, oder der Tagemodus verhindert den Betrieb am aktuellen Tag (z. B. bei Einstellung auf bestimmte Wochentage oder einem Tage-Intervall, das noch nicht begonnen hat).
Lösung
Prüfen Sie, ob im Abschnitt „Pumpe reagiert auf“ untenstehender Dosierplan ausgewählt ist, und kontrollieren Sie, ob der Tagemodus (Wochentage oder Intervalle) das aktuelle Datum einschließt.
Ursache
Der Dauerlauf-Modus ist aktiv. Um Konfigurationskonflikte zu vermeiden, solange die Pumpe im gleichmäßigen Dauerbetrieb läuft, sperrt die Software diese Felder.
Lösung
Schalten Sie den Pumpenmodus kurzzeitig auf Automatische Zeiten oder Individuelle Zeiten um. Dadurch werden die Felder freigegeben, sodass Sie Geschwindigkeit oder Durchfluss bearbeiten können, bevor Sie wieder in den Dauerlauf-Modus wechseln.
Ursache
„Füllstandsüberwachung abschalten“ ist aktiv oder der Schwellwert ist falsch eingestellt. Bei deaktivierter Füllstandsüberwachung ignoriert die Software die Füllstandsberechnung. Außerdem ertönt ein Alarm nur, wenn „Alarm wenn unter Min.“ aktiviert ist.
Lösung
Stellen Sie sicher, dass Füllstandsüberwachung abschalten deaktiviert ist und dass ein gültiger Minimum-/Maximum-Schwellwert sowie die Option Alarm wenn unter Min. korrekt eingestellt sind.
